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ZollersteighofSchaudt
Vita - zur Person Eigentlich wollte ich gar nicht so gern reiten. Es war der Traum meines Vaters, Pferde zu besitzen und zu reiten. Er brachte mich und meinen Bruder zum Reiten und zuerst hatte ich ein Angst auf den Pferden. Ich wollte nur auf Ponys reiten, das erschien mir ungefährlicher. Irgendwann bin ich dann doch auf Großpferde umgestiegen und bald war auch der erste Turnierstart fällig. Military die "Krone der Reiterei" war meine erste Reitsportdisziplin in der ich mich versuchte und ich hatte auch einigen Erfolg. Bis zum C-Kader und bis in die Bundeswehr Sportschule habe ich es geschafft. Dort in Warendorf habe ich den Weg zur Dressur eingeschlagen. Und wie so oft hat ein Pferd den Ausschlag gegeben. Egbert, als Military-Pferd gekauft, entpuppte sich als talentiertes Dressurpferd und ging den Weg mit mir bis zur ersten S-Dressur, zum ersten Sieg in einer S-Dressur und zum ersten Sieg in einer Grand Prix Prüfung. Nach einem Jurastudium und einer Lehre zum Industriekaufmann widmete ich mich ganz der Reiterei und habe meine Passion zu meinem Beruf gemacht. Pferde wie Egbert, Libero, Elevation, vor allem ESGE-Durgo und jetzt Weltall VA haben meine Laufbahn begleitet und geprägt. Die Mannschaftsgoldmedaille in Atlanta war ein schöner Lohn für jahrelange Anstrengungen, ebenso wie die erneute Teilnahme an den olympischen Spielen 2004, doch zählt für mich der erste Grand Prix Sieg mehr. Die Fortschritte des jungen Dressurpferdes zu erleben, die oft nur Sekunden dauernde Harmonie zu spüren, eins zu sein mit dem Pferd, das sind die Dinge die mich täglich motivieren.

Martin Schaudts zwischenzeitlich verstorbener Vater spielte eine große Rolle im Reiterdasein des Olympiasiegers aus Onstmettingen. Dr. Heinz-Günther Schaudt hatte nach seinen eigenen Worten schon von Kindesbeinen an die Pferde im Sinn. Als es dem 1968 Dreißigjährigen möglich war, Pferde zu halten, wurde Schaudt senior aktiv: Vielseitigkeitsreiter mit deutlichem Hang zur Dressur. Dr. Schaudt: "Beim Vielseitigkeitsreiten lernt man das Reiten von Grund auf! Aber das richtige Reiten, da bin ich vielleicht noch konservativ, ist die Dressur nach den klassischen Maßstäben." Später ritten auch seine beiden Söhne Jens und Martin. Martin allerdings entdeckte die Reiterei als sein Metier und war 1974 mit 16 Jahren Baden-württembergischer Military-Juniorenmeister. Schließlich kam er von 1979 bis 1980 zur Bundeswehrsportkompanie nach Warendorf. Das wurde eine wichtige Station, wie sich zeigen sollte.
Bald änderte sich Martin Schaudts Reiterlaufbahn mit dem Hannoveraner Egbert grundlegend. Egbert hatte keine Ader fürs Springen und das Gelände. "Egbert hat meine Laufbahn beeinflußt", sagt Martin Schaudt über den reiterlichen Spurwechsel zur Dressur. Bis 1985 hatten Schaudt die erforderlichen Dressur-Siege in Klasse S beisammen, für die ihm das Goldene Reiterabzeichen der FN verliehen wurde. Martin Schaudt über sich: "Bis 1989 habe ich mein Leben und das Jurastudium als "Wanderreiter" bestritten, vom Studienplatz in Tübingen zu verschiedenen Ställen in denen meine Ausbildungspferde standen". Seine Eltern, so erzählt Schaudt, konnten sich zunächst nicht vorstellen, daß er vom Reiten leben will oder kann. Aber das hatte sich nach und nach immer mehr ergeben. Heute treibt er seinen Ausbildungs- und Turnierstall um, der ihm sein Auskommen sichert.
Schon 1973 hatte Martin Schaudts Vater das kleine landwirtschaftliche Anwesen am Zollersteighof Nr. 1 in Albstadt-Onstmettingen gekauft. Jahre später gab er sein Geschäft in der Sporttextilienbranche auf. "Mein Vater hätte vielleicht lieber gesehen, wenn ich in den elterlichen Betrieb gegangen wäre, aber im Grunde habe ich den Traum meines Vaters verwirklicht und bin Berufsreiter geworden!", sagt Martin Schaudt über den Vater.
Martin Schaudt wirkt äußerlich ruhig, überlegt, zurückhaltend. Martin Schaudt ist bemüht das Temperament ,das er hat, zu kontrollieren, aber innerlich kocht es zuweilen heftig. Martin Schaudt sagt über sich selbst, er sei oft ungeduldig. Erst mit der Zeit habe er sich eingefangen und mehr innere Ruhe gefunden. Seine besonnene, aber nicht unterkühlte Art zeigt sich in seiner Einstellung zur Ausbildung von Pferden.
Martin Schaudt bestätigt, daß er Autodidakt ist. Er habe keine "Ausbildungsstationen" gehabt. Er kann auch keine Lehrmeister nennen. Der Auslöser für Martin Schaudts Entwicklung zum Dressurreiter war die Zeit in der Sportkompanie der Bundeswehr in Warendorf. "Unser damaliger Ausbilder, Siegfried Peilicke, der frühere Bundestrainer der Jungen Reiter und Junioren, hat in mir die Neugier für die Dressur geweckt. Er hatte sich um mich etwas gekümmert, weil mein damaliges Pferd relativ gute Dressuranlagen gezeigt hatte im Vergleich zu den Vollblütern der anderen". Ansonsten war Martin Schaudt zwei, dreimal auf einem mehrtägigen Lehrgang, mehr nicht. Martin Schaudt weiß um die Gefahren des Autodidakten. "Manchmal kämpft man sehr, und hier und da in die falsche Richtung." Zudem sei er jemand, der Unterricht nicht verträgt. "Ich kann es nicht brauchen, wenn da dauernd einer neben mir steht und sagt, wie es geht."
Zu seinen sportlichen Stärken sagt Martin Schaudt: "Ich bin beharrlich und kann mich gut konzentrieren. Nervosität kriege ich in der Regel durch Konzentration auf die Sache weg." Auf Schwächen angesprochen gibt Martin Schaudt freimütig zu, daß er eher cholerisch ist. Das sehe man zwar nach außen nicht so, "aber es ist von jeher mein Problem, dass ich sehr ungeduldig bin. Ich weiß aber, dassich nicht alles erzwingen kann und mir Zeit lassen muß." Zufrieden ist Martin Schaudt mit seiner Arbeit, wenn er sagt: "Jedes Pferd, mit dem ich S geritten bin, habe ich selbst ausgebildet von jung an. Ich glaube, daß das eher schon die Ausnahme ist unter den Berufsreitern. Ich habe am liebsten junge Pferde. Über drei, vier Jahre bilde ich sie aus in kontinuierlicher Kleinarbeit. Das ist Teil meiner ganz persönlichen Arbeitsweise."
Nicht unwesentlich haben die Gönner, Mäzene und Sponsoren zu den Erfolgen von Martin Schaudt beigetragen. Ein Mann der ersten Stunde ist Jürgen Loesdau. Der Inhaber des gleichnamigen Pferdesport-Versandhauses unterstütze Martin Schaudt von Beginn seiner sportlichen Laufbahn an, ohne dies groß an die Glocke zu hängen. Martin Schaudt benutzt nur Produkte aus dem reichhaltigen Repertoire des Versandhauses und ist oft Tester und Ratgeber bei der Einführung neuer Produkte. Die älteste Reitbekleidungsfirma Deutschlands GS Georg Schumacher ist der offizielle Ausrüster des Team Martin Schaudt. Sowohl Martin Schaudt als auch seine Schüler reiten mit Georg Schumacher Reitbekleidung. Natürlich ist auch die Teamjacke eine Original Georg Schumacher Jacke. Neu im Kreis der Sponsoren ist die Fa. Gimmel Fahrzeugbau, die Martin Schaudt einen neuen LKW zur Verfügung stellt.
Nicht vergessen darf man die Pferdebesitzer, die meist im Hintergrund, jedoch sehr tatkräftig die reitsportliche Karriere von Martin Schaudt unterstützt haben und unterstützen. Berthold Maute als Mitbesitzer von ESGE-Durgo und jetzt Weltall VA, sowie Dr. Rolf Riethmüller als Besitzer von Valentin haben stets Martin Schaudt zum sportlichen Erfolg geholfen und nie gebremst.

Seit 1996 wird Martin von Wolfgang Leiss und seiner Sportmanagement-Agentur MACH-DAMPF beraten.

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